Eine Gitarre trifft eine Geige an einem Geländer.
-Kommuniziert wird heute ausschließlich über Töne-, sagt die Gitarre unmissverständlich aber nonverbal.
Die Geige antwortet darauf mit einem singendem: -Viiiielleicht!?  -bereichert so das gesamte Geschehen mit einer neuen Ausdrucksform.
Ein Rhythmusgerät und ein einsamer Tieftöner kommen des Wegs. bumschickediklackbummbumm
Tonopol verspeist die Stilrichtungen der Popmusik wie einen Salato Emotionale: Herzhaft-süß bis Brachial-flüsternd oder Nougat-pikant. Sämtliche Töne im Orchester, sowie die Wörter in den Texten kreisen letztendlich um den einen universellen Stern, der die Pole mit energetischer Potenz versorgt.
Sie ahnen es bereits, es geht hier um das Thema: Du bist schuld!
 
 

Klick die Nase Du Maus!

 

   

1.

Wir befinden uns im  August 2002 und damit  in einem der heißesten Sommer des Jahrhunderts. Die Elbe überschwemmt gerade Italien, Österreich, Tschechien, ganz Sachsen und unzählige Kleingartenkolonien in Sachsen Anhalt.  

Die verheerendsten Schäden richtet die Elbe aber in der Perle der sächsischen Schweiz - Bad Schandau an. Der Fluss vernichtet nahezu alle kulturhistorischen Kunstschätze sämtlicher Museen und Galerien in der Gegend.

Ganze zweihundert Kilometer weiter weg sitzt Tati in der Berliner S-Bahn und verfolgt die Katastrophe per Kopfhörer und allen verfügbaren  Radioprogrammen, die ihr neuer  mp3-player nur empfangen kann.

Sie macht sich große Sorgen um ihre Angehörigen im sächsischen  Elbsandsteingebirge.

Doch die Telefonate mit ihren Eltern in der Heimat  lassen die Ängste schlagartig verschwinden.

Allen geht es gut.

Doch was macht sie nun mit dem ganzen angestauten Adrenalin in ihrem Körper?

Die S-Bahn fährt gerade  in den Bahnhof Berlin-Pankow ein. Die Ansage, dass sich der Ausstieg auf der linken Seite befindet nervt sie gewaltig. Sie telefoniert inzwischen mit einem guten Freund. Es ist ihr lediglich möglich Zweiwortsätze in ihr Handy zu schreien.

Um die nicht-enden-wollenden Bahn-Ansagen zu über- tönen, brüllt sie in ihr Telefon:

Tati hier! Müssen Reden! Will Rocken! Halb Acht! Cafe Nord! Wehe Nich!

Der gute und emphatische Freund hat keinerlei Schwierigkeiten, diese sonderbare Situation schnell zu erfassen. Denn er ist Sozialpädagoge und er ist Schlagzeuger.

Er ruft einen alten Musikerkumpel an und bittet diesen, ihn zu diesem Date zu begleiten.

Tati ist nicht wirklich böse darüber, dass ihr alter Freund noch einen Kumpel mit ins Cafe´ Nord bringt. Denn schnell stellt sich heraus, dass dieser Kumpan leidenschaftlich gern und sehr gut Bass spielen kann.

Schon einen Tag später treffen sich Tati, ihr Freund ANDY  und GUIDO W. wieder.

In einem eilig angemieteten Übungsraum passiert nun das, was das Universum schon immer für eine derartige Situation vorgesehen hatte:

Es rockt! Also gründen wir eine Band!

Die Band rockt. Also haben wir einen Song!

WIE könnte man diesen Song nun eigentlich anders betiteln?!

SINTFLUT:

 

 

 

 

Fortsetzung folgt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es reicht jetzt aber mal langsam!!,

       -denkt sich Bernte, als ihm im Innenareal seines brandenburgischen Gehöfts fette Schweißperlen von der Stirn ins Gesicht laufen und gleichzeitig sein T-Shirt tränken. Es ist nicht allein die glühende Sonne über dem Schwenowsee dafür verantwortlich, dass er sich schnell hinsetzen muss um im Schatten seines XXL-Sonnenschirms einen eisgekühlten Pinot Grigio zu öffnen. Das erste Glas leert er mit nur einem einzigen, gierigen Schluck. Für den Rest der Flasche verzichtet er auf das Glas.
In diesem Moment ist er nun endlich mutig genug um ein weiteres Mal, das inzwischen etwas feuchte Dokument zu begutachten, welches die neuesten Kontobewegungen, schwarz auf nass aber immerhin mit eindeutigen Fakten belegt: Die Band -the bad old boyz- belastet seine Rücklagen eiskalt mit stolzen 953 D-Mark für meist ungenutzte Übungsraumbeteiligungen und traurigen 0,00 Einträgen im Haben-Bereich. Die nun folgende Entscheidung ist überwiegend emotional geprägt aber dennoch und für jedermann plausibel: The damned bad old boyz sollen von nun an ohne ihn aber möglichst bald in die ewigen Jagdgründe weiterziehen!

Mit diesem Gedanken kann Bernte nun endlich entspannen. Er hat es wirklich schön dort am Schwenowsee, im Wald.

Noch im Liegestuhl, bei einem zweiten trockenem Weißwein und der aktuellen Ausgabe des Berliner Stadtmagazin TIP stockt ihm zum zweiten Mal an diesem heißen Sommernachmittag der Atem. Im Anzeigenteil in der Rubrik -Band sucht- findet er jenen Eintrag, welcher sein bisheriges Leben von nun an auf den Kopf stellen sollte. Er wählt die Nummer aus dem Anzeigentext und wird alsbald zu einem Casting bei Tati Vetter, Andy Gerts und GuidoW. eingeladen.

Bernte hat Einiges zu verdauen an diesem wundersamen Tag. Er holt seine Gitarre aus dem Auto und Pinot Grigio aus dem Stall.
Unter dem blauem Sommerhimmel von Brandenburg schreibt er schließlich diesen grandiosen Song über den Tati Vetter, Andy Gerts und Guido W. später nicht wirklich weiter nachdenken müssen um Bernte endgültig mit ins Rettungsboot zu holen:
Es ist zu heiß

II.
Berlin ist sehr heiß in diesem Sommer. Nur die letzten Großstadtindianer halten noch die Stellung. Sie sitzen fast nackt in den Straßenkneipen oder springen übermütig völlig entblößt in den Kreuzberger Landwehrkanal. Die Ruderboote vom Liepnitzsee sind über Wochen ausgebucht und sämtliche Elektromärkte registrieren einen Rekordumsatz an Kühlgeräten.
Anja kann dieser elenden Sonnenhysterie aber nichts abgewinnen.
Wenn SIE aus ihren Fenstern schaut, sieht sie überall nur fette, dunkle Schimmelpilzwolken, die eklige schwarze Kotzsporen auf ihre frischpolierten Glasscheiben spucken.
Die Loop-Funktion ihres Küchen-CD-Radios wiederholt zum zweihundertdreiundneunzigsten Mal teardrop von massive attack während sie mit reichlichem Widerwillen versucht, die seit drei Tagen immer wieder aufgewärmten Spaghetti al Werder Ketchup in sich hineinzuwürgen.
NEIN, es geht ihr wirklich nicht gut mit diesen quälenden Gedanken, dass ihr Geliebter auf und davon ist.
Singapur- ein anderes, entfernteres Ende der Welt kann sie sich in diesem Moment einfach nicht vorstellen.
In der verzweifelten Odyssee ihrer Gefühle sucht sie konzentriert nach einem starken Anker. Dieser liegt nun unmittelbar vor ihr. Sie hat nämlich sehr viel Arbeit, mit der Geige und der neuen Band, für die sie ihr alter Kollege Andy Gerts gewinnen konnte.
Inzwischen ein wenig müde vom ewigen Trübsal blasen, kritzelt Anja ein paar Zeilen für einen neuen Song auf einen alten Zettel ihres Exgeliebten. Zu viel Arbeit..zu wenig Liebe..
DIESER vermeintlich schnöde ZETTEL des fernöstlichen Prinzen erweist sich allerdings als durchaus brauchbare Reliquie in Form von realen Telefonnummern exzellenter Musiker. Sie ruft zu aller erst King Georg an. Dieser ist ein begnadeter Pianist und er ist ein brauchbarer Neurologe an der
Charité und als solcher auch für alle anderen Bandmitglieder unabdingbar. King Georg begeistert aber vor allem mit dem Funkysmasher:

die Gitter

Fortsetzung folgt!